Chefprímás
Pannon-Porträt
Puka Károly ist ein herausragender Primás der ungarischen Roma-Musik, Gewinner des Primás-Wettbewerbs von 1984 und Träger des Goldenen Verdienstkreuzes der Republik Ungarn. Im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere vertrat er die Tradition der ungarischen Roma-Musik auf zahlreichen Bühnen Europas und Amerikas. Heute ist er Chefprimás des Pannon Cigányzenekar.
Künstlerischer Werdegang
Puka Károly wurde am 28. Juli 1963 in Budapest geboren, fühlt sich aufgrund seiner engen familiären Bindungen jedoch auch der südungarischen Stadt Makó zugehörig. Seine Eltern waren kurz vor seiner Geburt von Makó in die Hauptstadt gezogen. Bis heute kehrt er regelmäßig in die Stadt zurück, unter anderem anlässlich verschiedener musikalischer Veranstaltungen.
Er stammt aus einer traditionsreichen Musikerfamilie. Sein Großvater väterlicherseits, Puka Dezső, war ein bekannter Zimbalspieler, sein Großvater mütterlicherseits, Genova (Lakatos) József, Cellist. Die Liebe zur Musik und sein Talent wurden ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt. Bereits 1973 begann seine musikalische Ausbildung beim Rajkó-Orchester.
Seine Grundschulzeit verbrachte er im VIII. Bezirk von Budapest an der Schule in der Dugonics utca. Anschließend legte er seinen Schulabschluss an der Schule des Rajkó-Orchesters des Zentralen Künstlerensembles des KISZ ab. Seine musikalische Entwicklung wurde von renommierten Lehrern wie Fátyol Tivadar, Hámori Teréz, Égerlant István und Farkas Gyula begleitet.
Sein außergewöhnliches Talent zeigte sich früh: Bereits 1976, im Alter von nur dreizehn Jahren, wurde er einer der führenden Primasse des Rajkó-Orchesters. Mit dem Ensemble nahm er an zahlreichen Auslandstourneen teil und präsentierte die Tradition der ungarischen Roma-Musik vor Publikum in Europa und Amerika.
Ein entscheidender Meilenstein seiner Laufbahn war das Jahr 1984, als er den in Ungarn veranstalteten Wettbewerb für Roma-Primasse gewann. Dieser Erfolg machte ihn landesweit bekannt. Danach verließ er das Rajkó-Orchester und setzte seine Karriere als Primás in Venedig fort. Sieben Jahre lang musizierte er im legendären Caffè Florian. Nach seiner Rückkehr nach Ungarn spielte er im New York Café in Budapest und anschließend dreizehn Jahre lang im Restaurant Király.
Eine besondere internationale Anerkennung seiner künstlerischen Laufbahn war die persönliche Einladung des weltberühmten Geigers Yehudi Menuhin zu einem Konzert in der Schweiz. Diese Einladung bedeutete für Puka Károly nicht nur eine große berufliche Ehre, sondern bot ihm zugleich die Möglichkeit, die ungarische Roma-Musik vor internationalem Publikum zu vertreten.
Sein jahrzehntelanges künstlerisches Wirken wurde auch auf staatlicher Ebene gewürdigt: Er erhielt das Goldene Verdienstkreuz der Republik Ungarn. Im Laufe seiner Karriere entwickelte sich Puka Károly zu einem bedeutenden Vertreter der traditionellen ungarischen Roma-Musik. Heute führt er dieses musikalische Erbe als Chefprimás des Pannon Cigányzenekar fort.
Beim Pannon Cigányzenekar
Puka Károly ist Chefprimás des Pannon Cigányzenekar. Mit seiner jahrzehntelangen nationalen und internationalen Erfahrung, seinem unverwechselbaren Primás-Spiel und seiner künstlerischen Persönlichkeit prägt er maßgeblich den musikalischen Charakter des Orchesters und die authentische Weitergabe der ungarischen Roma-Musiktradition.
Auszeichnungen und Ehrungen
1984 – Gewinner des ungarischen Wettbewerbs für Roma-Primasse
Goldenes Verdienstkreuz der Republik Ungarn
Persönliche Einladung Yehudi Menuhins zu einem Konzert in der Schweiz
Was nur wenige über mich wissen
Ich wurde in Budapest geboren, fühle mich aber zugleich als Makóer. Meine Eltern zogen unmittelbar vor meiner Geburt von Makó nach Budapest, und bis heute bin ich der Stadt eng verbunden. Besonders stolz bin ich darauf, dass Yehudi Menuhin mich im Laufe meiner Karriere persönlich zu einem Konzert in der Schweiz eingeladen hat.

